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Leserbrief zur Entscheidung über die Kreissitzfrage
von Astrid Pötzsch, Wittenburg

Die Koalition aus SPD/CDU in MV hat sich für eine Entscheidung über die Kreissitzfrage durch den Landtag entschieden.

Endlich mal was Gutes aus den Schweriner Amtsstuben. Hier hat die Vernunft gesiegt. Es hätte doch nicht sein können, dass die Menschen in MV und auch hier in unserem Landkreis Ludwigslust für den Innenminister die Kohlen aus dem Feuer holen sollten?

Scheute der Koalitionspartner CDU mit seinen Abgeordneten im Landtag gar die öffentliche Stellungnahme zu den Landkreissitzen? Fakt ist, man kann vieles unter dem Deckmantel der Bürgereinbindung in die „kommunale Selbstverwaltung“, Grundgesetz Artikel 28, stecken. Aber ob das im tatsächlichen Sinne gewesen wäre, wage ich zu bezweifeln. Noch heute erinnern sich viele Bürgerinnen und Bürger an die heftigen Auseinandersetzungen, als es 1994 um die Kreissitzfrage für den neuen Großkreis Ludwigslust- Hagenow, heute Landkreis Ludwigslust, ging.

Demonstrationen vor dem Landtag, Unterschriftensammlungen usw. waren damals an der Tagesordnung. Presse, Funk und Fernsehen taten ihr übriges.
So etwas hätte ich nicht noch einmal erleben wollen. Wir wählen in regelmäßigen Abständen unsere Landtagsabgeordneten. Immer darauf vertrauend, dass diese sich für die Interessen der Menschen in ihrer Region einsetzen. Nun liegt es also an ihnen, den Bürgerwillen sach- und fachgerecht, alles genauestens abwägend, zu realisieren. Und was mir hierbei noch wichtig ist, „nehmen Sie die Bürger bei Ihren Entscheidungen mit“. Alles andere würde zu einem weiteren Anstieg der Politikverdrossenheit, weil sonst Vertrauensverlust vorhanden ist.

Ich denke aber, unabhängig davon, wie das neue Kreisgebilde mit seiner Kreiststadt tatsächlich aussehen mag, die Bürgerinnen und Bürger werden nun nicht gegeneinander ausgespielt.

So gesehen danke ich den "Machern" dieses Koalitionskompromisses.

Astrid Pötzsch
Wittenburg