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Was mich am 8. März bewegt

Am 8. März feiern wir Frauen weltweit den Internationalen Frauentag. Er entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Zuge des Kampfes um die Frauenrechte und die Einführung des Wahlrechts für Frauen. Haben Sie das gewusst?

Ehrlich gesagt, ich habe Näheres hierzu auch erst durch das Stöbern im Internet wieder in mein Gedächtnis zurück gerufen.
Das was einst vielleicht noch belächelt wurde, ist heute in vielen Formen Alltag geworden.

Frauen sind heute ganz selbstverständlich in bewährten Positionen im beruflichen und gesellschaftlichen Bereichen anzutreffen. Sie sind heute aus vielen Branchen und aus unserem Leben überhaupt nicht wegzudenken. Nebenbei sind sie auch die Stützen im Ehrenamt und, nicht zu vergessen, die Stützen in den Familien.

Es wäre aber zu einseitig daraus zu schließen: Es ist alles in bester Ordnung. Dem kann ich nicht zustimmen.
So ist es Tatsache, dass Frauen bei gleicher Qualifikation weniger als die männlichen Arbeitnehmer an Arbeitsentgelt erhalten. Das kann nicht so hingenommen werden. Gleiche Qualifikation bedeutet auch gleiche Bezahlung.

Weiter: Frauen sind in Führungspositionen zu gering vertreten. Ich meine, das zeigt doch auch schon ein Blick in die Verwaltungen aus unserer Region. Die Bürgermeister – auch wenn Wahlfunktion – sind überwiegend männlich. Warum eigentlich? Wir alle wissen, dass gerade Frauen neben der fachlichen Kompetenz viele andere Qualifikationen mitbringen, die von Männern so manchmal nicht an den Tag gelegt werden.

Und weiterhin ist anzumerken, dass die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit im Wesentlichen immer noch eine Angelegenheit der Frauen ist. Sie sind es, die unter anderem in Teilzeit arbeiten, wenn Kinder zur Welt gekommen sind. Frauen sind es, die auf ihre Arbeit entweder ganz oder zum Teil verzichten und damit finanzielle Einbußen sowie eine schlechtere soziale Absicherung in Kauf nehmen….

Wenn am 8. März unsere Männer, so wie bisher, uns Frauen besondere Aufmerksamkeit zuteil werden lassen, dann nicht nur, weil sie eine jahrelange Tradition fortsetzen wollen, sondern ganz einfach auch, weil sie diesen Tag zum Anlass nehmen, ihren bzw. allen Frauen und das nicht nur hier in unserem Landkreis Anerkennung, Respekt und Dankbarkeit auszudrücken.

Wenn vom diesjährigen Frauentag ein Signal ausgehen würde, dass eine Beschäftigung mit Frauenthemen nicht nur eine Angelegenheit von Frauen für Frauen, sondern eine Sache von uns allen ist, dann sind wir ein Stück weiter gekommen; dann brauchen wir auch nicht für alles, was wir einklagen, eine gesetzliche Regelung, sondern können mit vielem ein Vorbild sein oder ein Beispiel geben, um die Situation für die Frauen und somit auch für die gesamte Gesellschaft zu verbessern.

Und das gute ist, auch die Frauen aus unserer Region werden zu den Profiteuren gehören.

Astrid Pötzsch
Mitglied der SPD - Kreistagsfraktion